Sänger und Musiker Josa Barck veröffentlichte am 2. September seine dritte und letzte Vorabauskopplung “Polylove“ des kommenden Albums An Exile’s Guide to Amnesty. Mit seiner humorvollen Leichtigkeit, begleitet von Synthpop-Beats, nimmt sich Josa Barck darin den aufgeladenen Diskurs um Geschlechtsidentitäten zur Brust.
Der Däne verweist zum einen auf jene heteronormative Sozialisierung des vergangenen Jahrtausends, welche es erschwere, sich von einer binären Sichtweise freizumachen, zum anderen bricht er das höchst politische Thema runter auf eine charmante Liebesgeschichte mit einem 2022-Twist: “It is really just a funny little story about the obvious difficulties in human interaction in a world where we challenge old conceptions of gender, but still can‘t escape that the very problems we try to challenge, is a part of ourselves through our entire upbringing.”
Instrumentell ist die Single “Polylove“ ein donnernder 80er-Jahre-Banger, der an einige der prominentesten, für das Jahrzehnt bedeutendsten Künstler erinnert. Stilistisch kann Josa Barck irgendwo zwischen David Bowies rasiermesserscharfen Wangenknochen und David Byrnes skurril-cooler Absurdität eingeordnet werden.
Boy meets Girl meets Boy – Only girl is not sure she’s a girl, neither is the boy really, but no one really knows what this means: Die „klassisch“ beginnende Liebesgeschichte, die “Polylove“ erzählt, erreicht schnell ein neues Level, als die beiden Protagonist:innen feststellen, dass sie sich hinsichtlich ihrer geschlechtlichen Identität nicht sicher sind. Sie beide sind durch die Geschlechterrollen der „alten Schule“ der 90er Jahre geprägt und müssen erkennen, dass das binäre System, in dem sie leben, nur schwer zu durchbrechen ist, wenn die Mehrheit der Gesellschaft auf Dualität gepolt ist. Josa Barck erkundet so mit “Polylove“ auf humorvolle Weise die zahlreichen Facetten der heutigen Gender-Diskussion.
Josa Barck fordert zudem, dass Stereotype abgelegt werden müssen, sodass jeder Mensch sich frei entfalten kann. Darüber hinaus empfiehlt der Soundtüftler, dass wir unsere Eitelkeit ab und zu ablegen und auch bei dieser äußerst ernsten Debatte, den Humor und die Selbstironie nicht verlieren sollten: “Maybe we can also someday laugh a bit at ourselves and our own vanity, I find that very important. But other than that – this is no joke at all – It’s real – so is the struggle.“
PHOTOCREDIT: Josa Barck (C) BY popup-records via popup-record
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