David Pfeffer – Polaroid – neues Video: Lauf David,lauf!!!

Es ist ein ruhiger Sonntag vormittag in den Strassen von Köln. Aus einem Hauseingang einer ruhigen Seitenstrasse kommt ein geschäftlich gekleideter junger Mann mit Aktenkoffer in der Hand gestürmt. Er scheint es sehr eilig zu haben und läuft schnellen Schrittes die Strasse hinunter, hinaus aus dem Blickfeld des Beobachters. Die beiden jungen Damen vor dem Haus, die dort ein überdimensionales „Vier gewinnt“ spielen, nimmt er nur ganz am Rande wahr. 


Man würde an dieser Szene wahrscheinlich nichts Besonderes finden, wäre da nicht ein Kamerateam, was diese ganze Szene verfolgt. Für eine Stadt wie Köln ist das eigentlich nichts ungewöhnliches, weil hier fast täglich in den Strassen irgendwelche Filmszenen gedreht werden.

In diesem Fall ist es allerdings doch etwas ganz besonderes. Hier dreht David Pfeffer ein Musikvideo zur Single „Polaroid“ aus dem Album „Waking Life And Fading Pictures„, welches am 25.Oktober auf den Markt kommen wird. Heute ist letzter Drehtag und am Endes des Tages sollen alle Szenen abgedreht sein. Und David selbst ist es auch, der hier den ganzen Tag lang durch die Szenen laufen wird.
 
 

An diesem Morgen ist ein grosser Tross Akteure und Helfer in den Strassen unterwegs, um die neuen Sets vorzubereiten, Requisiten aufzubauen und Darsteller zu positionieren. Mittendrin immer wieder David, gekleidet in schwarzer Hose ,Sakko, weissem T-Shirt und Sneakern. Er berät sich eifrig mit dem Kamerateam und bespricht jedes Detail der nächsten Einstellung. Konzentriert und mit Blick aufs Wesentliche gibt David kurze Einweisungen an die Akteure und schon kann die nächste Szene gedreht werden.
 
 

David läuft mit dem Aktenkoffer über einen belebten Spielplatz, vorbei an einer Gruppe trainierender Cheerleader, entlang an Passanten und flitzt über einen 
Bolzplatz, wo gerade ein spannendes Spiel im Gange ist und verschwindet schon wieder aus dem Bild. Die Szene ist im Kasten, alle Akteure treffen sich zur kurzen Besprechung, dann folgen Einzelaufnahmen. Ein kurzer Check der Aufnahme, ein zufriedenes Lächeln auf allen Seiten.
 
 

Ortswechsel, nächste Einstellung. Mitten auf der Strasse steht eine Gruppe Leute, die ein Seil über die Strasse gespannt haben, um sich dort mit Tauziehen zu versuchen. Ein spannender Kampf entsteht und beide Mannschaften haben Spass an der Sache und keiner der Beteiligten will so schnell aufgeben. Mit hochroten Köpfen versuchen sie sich gegenseitig über die Strasse zu ziehen.

 
Immer wieder wird diese Szene wiederholt, bis endlich Regie und Kamerateam damit zufrieden sind, wie sich alle auf den Boden fallen lassen und David im passenden Moment elegant einen Sprung über das Seil macht. Hier wird voller Körpereinsatz verlangt und alle Beteiligten legen sich für diese Kameraeinstellung mächtig ins Zeug. Auf eventuelle spätere blaue Flecken wird keine Rücksicht genommen.
 
 

Eine kurze Pause wird den Akteuren gegönnt, bevor es zum nächsten Drehort weitergeht. Es ist ein weiterer Spielplatz und hier herrscht bereits buntes Treiben.

Auf dem Gehweg ist ein Trampolin aufgebaut, riesige Gymnastikbälle werden aufgeblasen. Einige Kinder vom Spielplatz sind auf die Filmvorbereitungen aufmerksam geworden und kommen neugierig herüber. Mit kindlicher Freude werden das für die nächste Szene aufgebaute Trampolin und die für den nächsten Dreh bereitliegenden Gymnastikbälle erobert und in Beschlag genommen. Und spätestens hier wird jedem die Botschaft des Songs, um den es hier im Video-Dreh geht, klar. Geht es nicht darum, sich einfach ein Stück seiner Kindheit zu bewahren und sich beim Erwachsen werden ab und zu an die Zeit aus Kindertagen zu erinnern? Einfach unbeschwert und unbekümmert die Welt noch einmal aus Kinderaugen zu betrachten?
 
 

Angesteckt von dem Spass und unbekümmerten Lachen der Kinder, lässt sich so manches Drehteam-Mitglied dazu hinreissen, es ebenfalls auf dem Trampolin zu versuchen, schnell sind die Schuhe ausgezogen und schon springen die „großen“ Kinder ausgelassen darauf herum. Auf den Gymnastikbällen, die bis dahin lediglich eine willkommene Sitzmöglichkeit in den Pausen darstellten, wird fleissig gewippt und hin- und hergeschaukelt. 


An dieser Strassenecke werden halbwegs erwachsene Menschen plötzlich wieder zu ausgelassenen Kindern, die hier ihren Spieltrieb übermütig ausleben können. Ein breites Grinsen steht jedem ins Gesicht geschrieben und keiner schämt sich, seinen Spass an der Sache offen zu zeigen. Die Botschaft des Songs ist eindeutig unter allen Beteiligten angekommen.
  

Fast schon zur Nebensache geraten im Anschluss die nächsten Aufnahmen auf dem Karussell und dem von den Kindern nur ungern freigegebenen Trampolin, während David immer wieder im Eiltempo durch die Szene läuft, bis endlich alle Einstellungen zufriedenstellend von der Regie abgenommen sind. In Anlehnung an einen sehr erfolgreichen Kinofilm möchte man ihm gern ständig „Lauf, David lauf!“ im Vorbeirennen zurufen.
  


Bei der anschliessenden Szene kommen endlich die Gymnastikbälle zum Einsatz und werden durch die schmalen Gassen dieses Strassenzuges zum Drehort gerollt, geworfen und geschubst. Immer wieder springt ein Ball aus der Reihe und muss schnell „eingefangen“ werden, bevor ein parkendes Auto oder unbeteiligter Passant getroffen werden kann. David steht mit einem Ball in den Händen auf der Strasse und teilt, wie in den Aufnahmen zuvor, den Statisten seine Vorstellung der folgenden Szene mit. Nur allzu gerne und hochmotiviert sind alle Beteiligten sofort mit Eifer bei der Sache. Auf Zuruf vom Kameramann werden die Bälle durch die Luft in die Höhe geworfen und landen mitunter nicht immer da, wo sie eigentlich hätten landen sollen. So manche Nase bekommt das schmerzhaft zu spüren. Es ist jedoch nichts ernsthaftes passiert. Ein vergossenes Tränchen 
wegwischen, einmal tief Luft holen, die Zähne lächelnd zusammengebissen und die Szene ist ebenfalls erfolgreich im Kasten.
 
 

Die kompletten Requisiten werden gemeinsam eingesammelt und der ganze Tross bewegt sich abermals durch die Kölner Strassen, diesmal in die wohlverdiente Drehpause.
 
Nach einer kleinen Mittagspause geht es frisch gestärkt zum nächsten Drehort. Nun sollen die Fetzen bzw. Federn so richtig fliegen. Kissenschlacht!



Ein Pärchen tritt aus der der Haustür auf die Strasse hinaus und beginnt sich sofort gegenseitig mit Kissen zu bearbeiten. Die beiden haben sichtlich Freude an jedem Treffer und je wilder die Kissenschlacht ausufert, um so mehr Federn und Daunen verteilen sich auf der Strasse und in den Haaren der beiden „Streithähne“. Die zwei Akteure spielen ihre Rolle derart perfekt, dass sich Umstehende bereits die Frage stellen, ob da nicht doch verborgene, unausgelebte Rachegelüste zum Vorschein kommen. Nein, dies ist wirklich nicht der Fall. Nachdem die Szene abgedreht ist und die Kameraleute sich bereits der nächsten Einstellung widmen, zupfen sich die beiden liebevoll die restlichen Federn aus den Haaren und der Kleidung und verlassen gut gelaunt den Drehort. Zurück bleibt nur das restliche Team, was sich redlich bemüht, die Spuren des „Tatortes Kissenschlacht“ zu beseitigen, was nur recht mühsam, aber schliesslich mit Hilfe vieler Hände gelingt.
 
 

Die letzte Szene des Tages steht an und alle Statisten warten gespannt auf ihre Aufgabe. Zum Schluss soll eine große Szene mit allen Statisten auf der Strasse, ähnlich einem indischen Holi-Fest, stattfinden.
 
Nun wird es spannend, die Darsteller werden mit dem Song vertraut gemacht und genau eingewiesen, wann und in welchem Takt sie klatschend und tanzend aus verschiedenen Hausausgängen hinaus auf die Strasse laufen sollen. Dieser Part erweist sich als besonders kniffelig. Tumultartige, spassige Szenen spielen sich ab. Immer wieder wird heftig gelacht, wenn sich zwei Statisten zum wiederholten Male gegenseitig umgerannt haben. Es bedarf unzählige Wiederholungen, bis jeder  seinen Platz im bunt gemischten Pulk gefunden hat, niemand mehr seinem Nachbarn auf die Füsse tritt, auch den entgegenkommenden Statisten nicht mehr über den Haufen rennt und dabei natürlich immer schön lächelnd im Takt zur Musik klatscht.
 

Ganz spontan verändert David den Ablauf der Schlusszene. Er bemerkt einen Anwohner, der die Proben für diese letzte Szene interessiert beobachtet. Es ist ein freundlich ausschauender älterer Herr, der das geschäftige Treiben mit grossem Interesse von seiner Haustür aus verfolgt. Für jede neue Probe kommt David mit dem Aktenkoffer in der Hand an ihm vorbeigelaufen, und er mag sich sicherlich fragen, was für einen Zweck all das haben soll. David stoppt beim nächsten mal spontan bei ihm vor der Tür und fragt ihn, ob er nicht einfach den Koffer nehmen könne, während David an ihm vorrüberrennt. Völlig perplex, aber sichtlich gerührt über diese Einbindung in die Aufnahme, sagt er lächelnd zu. Wenn man ihn so betrachtet, gibt es eigentlich kein Zweifel: Ein solch liebenswerter Mensch mit derart tollem Charaktergesicht muss einfach einen Platz im Video bekommen.
 
 

Es wird ernst, die Farbbeutel werden an alle verteilt und für den grossen Moment präpariert. Zum letzten Mal gibt David an diesem Tag genaue Instruktionen und weist das Team darauf hin, dass es nur einen einzigen Versuch für diese Szene geben wird. Niemand möchte einen Fehler machen und die Anspannung unter den Statisten knistert förmlich. Jeder steht an seinem Platz und wartet auf das Signal. Für Passanten allerdings muss dieser Anblick urkomisch wirken. Eine Gruppe größtenteils nur in Socken und in weiss gekleideter junger Menschen steht regunglos mit Farbbeuteln in den Händen mitten auf der Strasse.
 
Dann kommt das ersehnte Signal, die Hände mit den Farbbeuteln schnellen in die Höhe und sofort füllt sich die Luft mit buntem, feinen Staub, der die Akteure in dichten Nebel hüllt. Für einen kurzen Augenblick sieht man gar nichts mehr und hört nur ab und zu ein leises Husten und Kichern einzelner Statisten in der bunten Nebelwolke.
 
Der bunte Nebel lichtet sich langsam und schon ist die Kamera mittendrin und filmt die nun auf der Strasse ausgelassen tanzenden Menschen. Einen Moment später kommt von der Regie ein „Sieht super aus !“ und allen Beteiligten wird bewusst, dass die Szene erfolgreich abgedreht ist. Plötzlich ertönt spontan lauter Jubel der  Beteiligten. Beifall kommt auf und alle fallen sich glücklich über die gelungene Aufnahme in die Arme. Dabei wird erst jetzt ersichtlich, wie farbenfroh das Farbpulver einige der Akteure überzuckert hat. Schnell werden Kameras und Handys gezückt und Erinnerungsfotos auf der Strasse gemacht. Zu schön ist einfach die ausgelassene, gelöste Stimmung, um einfach die Szene aufzulösen. Und so bleibt man einfach noch eine Weile auf der Strasse stehen und geniesst gemeinsam den Drehabschluss.
 


Aber auch dieser ereignisreiche Tag neigt sich irgendwann einmal dem Ende zu und nach und nach verabschieden sich einzelne Akteure und machen sich auf den Heimweg. Ruhe kehrt langsam wieder in der Strasse ein und als Erinnerung an einen erfolgreichen Drehtag bleibt nur ein riesiger bunter Farbfleck mitten auf der Strasse zurück.
  

Lächelnd erwache ich am morgen aus einem Traum. Hatte ich doch gerade geträumt, ich stand inmitten vieler gut gelaunter Menschen, die an einer ganz besonderen Szene für ein Musikvideo mitwirkten. Die Musik zu dem Video klingt mir sogar noch im Ohr…Was für ein schöner real wirkender Traum.
 
Das Lächeln macht einem breiten Grinsen Platz, als ich die Bettdecke beiseite ziehe und ich einen Blick auf meine Füsse werfen kann. Sie sind grün! Grün von der Holi-Farbe, in der ich gestern in Socken auf einer Kölner Strasse nach einem gelungenen Drehabschluss fröhlich getanzt hatte. Keine Dusche, keine Seife konnte ihr am Vortag etwas anhaben. Diese Farbe wird erst in den nächsten Tagen nach und nach auf der Haut mit jedem Tag mehr verblassen. Fading Pictures eben…Mag die Farbe auch irgendwann verschwunden sein, die Erinnerungen an diesen Drehtag werden allerdings nie verblassen.
 
Es war kein Traum, es war die Realität. Ich war mittendrin statt nur dabei. Egal wie der Tag heute auch wird, er beginnt auf alle Fälle bunter als sonst!

 

(c) Kathy  – David Pfeffer Fanbase & Das kleine Besondere

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