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Stefan Jürgens – „Was zählt“ – Tourauftakt in Unna

Stefan Jürgens (c) Mic Neumann-1
Stefan Jürgens (c) Mic Neumann-1

Fast genau vor 2 Jahren spielte Stefan Jürgens in Unna im Rahmen seiner „Grenzenlos Mensch“-Tour. Am 08.03.2019, genau zwei Jahre nach dem letzten Tourauftakt, kam er wieder in die Lindenbrauerei. Der Einlass war pünktlich um 19 Uhr und die Halle füllte sich schnell. Zum Tourauftakt bescherte seine Heimatstadt ihm ausverkauftes Haus.

Um 20:00 Uhr startete – passend zum stürmischen Wetter – mit einem Paukenschlag. Im Dunkeln waren Musiker und Stefan Jürgens auf die Bühne gekommen und starteten mit „Irgendwo-Nicht hier“. Hier stad Stefan Jürgens vorne am Bühnenrand fast den gesamten Song hindurch mit geschlossenen Augen. Nahtlos gingen er und die sechsköpfige Band zu „Leben bizarr“ über. Die Version von „Grenzenlos Mensch“ wurde gespielt, live wie immer eine tolle Nummer, die das Publikum mitreißt – ich trauere nach wie vor der alten Version hinterher. Für die Titelsong der Tour „Was zählt“ setze sich Stefan Jürgens dann ans Klavier.

Längere gesprochene Parts

Dann kam eine erster größerer gesprochenen Part. Er begrüßte das Publikum und stellte seine Band vor. Hier sprach er viel davon, wie individuell es ist, was zählt, dass es doch abhängig zum Beispiel vom Alter sei. Oder dass Beatrix von Storch oder Bernhard Hoecke wohl andere Prioritäten hätten, wie den Schusswaffengebrauch an Grenzen oder die Einführung deutschen Liedgutes in Musikschulen. Hier merkt man, dass Unna wirklich sehr für Toleranz steht – zumindest das Publikum nahm solche Spitzen gegen die AfD begeistert auf. Er sprach über die sozialen Medien, dass dort doch immer alles sehr geschönt werde, und schloss diesen Part ab mit „Was wirklich wichtig ist wird doch nicht gepostet.“ Und spielte dann die wunderbare aktuelle Singe „Vater“, wo erst nach und nach alle Instrumente eingesetzt wurden.

Stefan Jürgens – „Was zählt“-Tourauftakt in Unna (c) Mic Neumann
(c) Mic Neumann

„Nicht eine Sekunde“ – auch auf der letzten Tour gespielt“ folgte und dann einer meiner Favoriten aus dem neuen Album: „Wer bist du“. Hier kam die schöne mystische Stimmung der Albumversion zunächst nicht so stark rüber, aber sobald der erste Refrain kam, war auch diese von mir so geliebte Stimmung wieder da.

Wieder erfolgte ein längerer gesprochener Part. Stefan Jürgens sprach darüber, was so alles ins Netz gestellt wird und erzählte ein Video nach, in dem ein Junge immer wieder auf – für den Betrachter lustige Weise- von einer Hüpfburg fällt. Das Video habe Unmengen Klicks. Aber die Frage sei doch: Wer hat das eigentlich gefilmt und auf Instagram gestellt. „Und ist daran jetzt wirklich die Merkel schuld?“ Dann sprach er noch über Anstand und Höflichkeit, erzählte Anekdoten, die er in Bezug auf Grüßen der Nachbarn erlebt hat und kleine Begebenheiten. Und als nächster Song folgte dann „Jeder gegen jeden“.

Sänger mit Gefühl

Mit „Ich will nicht viel von dir“ – in der neuen Version- ging es weiter. Hier ist mir beim Singen ganz besonders sein Gesichtsausdruck aufgefallen, der… tja, wie war er? Zärtlich? Glücklich? Jedenfalls war es ein sehr schönes, entspanntes, leichtes Lächeln. Auch hier stiegen erst zum Refrain alle Musiker ein, nachdem vorher Klavier, Gitarre und sparsam und gezielt eingesetzte Drums den Song beherrschten.

Der nächste gesprochene Part betraf das Thema „Beziehungen“. Er erzählte von seiner Familie – 4 Kinder von 3 Frauen -, seine Beziehung zu seiner jungen Freundin und beschrieb ihre Beziehung als „eine Mingvase in einem Erdbebengebiet“ – sie sei die Vase und er das Erdbebengebiet. Eine Beziehung dürfe nicht dazu führen, dass man seinen eigenen Rhythmus aufgibt. Nach mehreren witzigen Beispielen aus seinem Leben kündigte er augenzwinkernd eine Beziehungssprechstunde am Ende des Konzerts an. Aber jeder dürfe nur eine Frage stellen „…sonst kommt raus, dass ich keine Ahnung habe“. Hier folgten dann „Noch einmal“ und „Keine Ahnung wies geht“. Und dann gab es eine kleine Pause.

Der zweite Teil

Nach der Pause betraten sie wieder die dunkle Bühne und der zweite Teil startete mit „Über Meer“. Auch hier wurden erst nur einige Instrumente eingesetzt, die gesamte Band stieg erst nach und ach ein. Und es folgten der neue Song „Mein alter Tisch“ und der Klassiker „Engel“.

Wieder folgte ein längerer gesprochener Part. Hier wurde auch wieder das Thema Fremdenfeindlichkeit angesprochen, dass man nicht alles Unbekannte einfach ablehnen solle. Und endete damit, dass auch er Angst vor Leuten habe, deren Sprache er nicht verstehe. „Aber die sitzen nicht in Afghanistan oder Syrien, die sitzen in der AfD.“ Und hierfür erhielt er wieder großen Applaus, während die ersten Töne von „Geld“ erklangen.

„Dialog mit einem alten Freund“ folgte, und dann dankte er den Verantwortlichen für das Konzert, und jedem seiner Bandmitglieder, bevor „unvollendet” gespielt wurde. Hier gab es zum Ende hin einen längeren Instrumentalpart und den nutzte Stefan Jürgens, um die Treppe runter ins Publikum zu gehen, einem kleinen Jungen in der ersten Reihe über den Kopf zu streichen und einmal das Publikum zu umrunden, bevor er, wieder auf er Bühne den letzten Refrain sang, und sich dann mit der Band verabschiedete.

Tolle Zugaben

Mit rhythmischen Klatschen forderte das Publikum eine Zugabe. Und die gab es. Stefan Jürgens erzählte kurz vom Rio Reiser Fest, und dass er sich dort kurzfristig entschlossen habe einen Song dieses Musikers auf sein Album zu packen – „Blinder Passagier“. Bei „Fliegen Können“ hatte er einen sympathischen Texthänger – so etwas gehört einfach zu einem Livekonzert dazu. Alleine am Klavier beendete er das Konzert endgültig mit „Mein Lied“. Und so endete ein großartiges Auftaktkonzert.

Wie immer nahm er sich dann noch Zeit für Fotos und Autogramme. Und ich glaube, viele Fans verließen das Gebäude mit dem Gefühl, einen wunderbaren Abend erlebt zu haben.


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